rbb Potsdam

Innovative Speicherlösung für file-basiertes Arbeiten Der rbb und Qvest Media setzen auf EMC Isilon

Weltweit werden jährlich mehr als 1,8 Zettabyte an Daten produziert. Aktuell gehen Trendprognosen davon aus, dass sich dieses Volumen nahezu alle zwei Jahre verdoppeln wird. Nicht nur die Menge an Daten wächst, sondern auch ihre Komplexität steigt. Es mangelt an konsistenten Datenstrukturen, und neu geschaffene Inhalte werden mit zunehmender Geschwindigkeit wieder obsolet. Derzeit sind vor allem Industrieländer verantwortlich für das weltweite Datenaufkommen. Es ist daher davon auszugehen, dass durch das Wachstum weiterer Schwellenländer das Datenvolumen weiter exorbitant steigen wird. Die vorhandenen Storage-Kapazitäten haben schon 2013 nur noch ein Drittel der generierten Daten speichern können. Um 2020 wird die Kapazität nur noch für circa 15 Prozent der Daten ausreichen. Über die Hälfte der produzierten Daten gelten dabei als überflüssig und müssen nicht dauerhaft gespeichert werden.

Diese Massendatenproblematik lässt sich mit herkömmlichen Methoden nicht mehr bewältigen, und gerade im Medien- und Broadcast-Umfeld wird diese Herausforderung in den vergangenen Jahren deutlich spürbar. Es bedarf zunehmend Installationen, die den steigenden Herausforderungen gewachsen sind und mit der Schnelllebigkeit eines digitalen Universums mithalten können.

Neu- und Ausbau von Speicherkapazitäten

Bei der Modernisierung der Technik des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) für eine file-basierte Produktion war deshalb auch der Neu- und Ausbau von Speicherkapazitäten ein wichtiger Projektbestandteil. Der Systemarchitekt und Integrator Qvest Media setzte auf die Lösungen von EMC, um die Senderstandorte des rbb in Berlin und Potsdam mit modernsten Speichersystemen auszustatten. Schon jetzt werden eine Reihe von Sendeformaten, darunter das regionale Nachrichtenprogramm Brandenburg Aktuell, „zibb – zuhause in Berlin & Brandenburg“ sowie das Wirtschaftsmagazin „was! – Wirtschaft, Arbeit, Sparen“ mit der neuen Installation produziert. Die vollständig file-basierte Plattform besteht aus der Kombination einzelner Systemkomponenten, die um das Video Production Management System (VPMS) von Arvato Systems gruppiert sind.

Qvest Media konnte hierbei die Herausforderung meistern, die Spezifikationen der von diversen Anbietern stammenden Einzelkomponenten aufeinander abzustimmen und dem vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) für ARD und ZDF entwickelten MXF Broadcast-Standard HDF02a mit AVC-Intra 100 Codierung einzubinden.

File-Ingest und File-Upload

Für den zentralen File-Ingest und File-Upload, der auf Lösungen von EVS basiert, sorgt eine über beide Standorte aufgespannte AmberFin-Farm des Herstellers Dalet, um das gesamte Material auf ein einheitliches Produktionsformat zu bringen. Avid Interplay Transfer Engines und VPMS ermöglichen das Ingestieren in die Postproduktion und die Übergabe an das EVS-Playout. Die zwei Avid-Postproduktionsinseln des rbb, mit 13 Craft Editing-Plätzen in Potsdam und 17 in Berlin, sind jeweils an ein Avid ISIS Speichersystem angeschlossen, das als Bearbeitungsspeicher für die Postproduktion fungiert. Sämtliche Produktionsdaten werden zusätzlich auf der zentral vernetzten Speicherinfrastruktur vom Typ EMC Isilon abgelegt. Diese verfügt mit 167 Terabyte in Potsdam und 307 Terabyte in Berlin über ausreichend Speicherkapazität für rund 2800 beziehungsweise 5100 Stunden HD-Material im AVC-Intra 100 Codec. Die neue file-basierte Produktionsplattform benötigt diesen innovativen Speicher, da die Speicherlösung des Vorgängersystems nicht mehr den gestiegenen Anforderungen entsprach. „Es gab alte GPFS-Speicher“, erklärt Marco Berndt, zuständiger Projektleiter bei Qvest Media. „Diese waren technisch und wirtschaftlich nicht mehr verwendbar, und somit wurde ein neuer zentraler Speicher benötigt.“

Optimale Architektur

Referenzprojekte, die von Qvest Media in vergleichbaren Installationen umgesetzt wurden, wiesen schließlich den Weg: Sie zeigten, dass Datendurchsatz, Datenredundanz und Ausbaufähigkeit der Isilon-Systeme den Anforderungen des neuen file-basierten Systems entsprechen. Zusätzlich unterstützt ein Isilon-Cluster die wesentlichen Funktionen eines zentralen Produktionsspeichers in idealer Form. Hierzu gehören die Scaleout Architektur, die für eine lineare Skalierung von Speichergröße und Bandbreite sorgt, sowie die große Zahl der unterstützten File-Sharing-Protokolle.

Ein weiteres Plus ist die mühelose Integration: Ist ein Isilon-Cluster einmal aufgestellt und eingerichtet, nimmt seine Inbetriebnahme wenig Zeit in Anspruch und führt alle Ressourcen in einem einzigen Speicherpool zusammen. Es müssen dann lediglich die nachgeschaltete Administration und das Support-Management für einen Cluster gewährleistet werden. Die vielseitige und zugleich robust gehaltene Scale-out-Architektur ermöglicht einen enorm schnellen Zugriff auf sehr große Datenvolumen und verringert zugleich die Systemkomplexität. Beides trägt zur Kostenminimierung bei, indem zusätzliche, untereinander verknüpfte, Cluster eingespart werden können. „Gleichzeitig ist ein Isilon-Cluster hoch verfügbar und fehlertolerant“, sagt Berndt. Wie performant das Storage-System ist, zeigt sich beim rbb auch daran, dass alle Mitarbeiter auf die Speicherplattform zugreifen können, um mittels des Media Asset Management (MAM) Systems, den gesamten Content zu verwalten. „Das Ziel des Projektes war es, mit Hilfe des Asset Management System VPMS des Herstellers Arvato Systems eine file-basierte Produktionsumgebung für den ganzen rbb zu schaffen“, erklärt Jakob Brüning, Projektleiter des rbb.

Das Gesamtsystem umfasst unter anderem das MAM ebenso wie die umfassende Workflow-Orchestrierung, Transcoding, Postproduktion und Systeme zur Qualitätskontrolle. In diesem Gesamtkonstrukt produzieren unsere Mitarbeiter in Summe rund drei Terabyte Daten pro Tag, Tendenz steigend.“ Um dieses Volumen zu managen, setzt der rbb insgesamt zwei Isilon-Cluster ein: Im Bereich des Testzentrums in Potsdam wird ein X200-Knoten verwendet. In der Produktion in Potsdam und Berlin kommt das Modell S200 zum Einsatz. Allein die mögliche Speicherkapazität des X200-Systems liegt zwischen 18 Terabyte und 6,9 Petabyte. Mit der Ausbaustufe von aktuell 167 Terabyte ist beim rbb also noch reichlich Luft nach oben, und eine spätere Erweiterung der Isilon-Infrastruktur stellt kein Problem dar. Dies erklärt, dass der rbb die gesamte file-basierte Fernsehproduktion, Speicherung und Verwaltung der HiRes-Daten sowie aller zugehörigen Essenzen dem System bedenkenlos anvertraut. So werden neben den HiRes-Videos auch LoRes-Proxy-Videos, Keyframes als TIFF- und JPEG-Dateien, Untertiteldateien und Audios auf der Speicherplattform abgelegt. Damit jeder rbb-Mitarbeiter auf diese Daten zugreifen kann, sind die Systeme nahtlos mit den Bearbeitungszentren und dem systemübergreifenden MAM-System verbunden. „Die Isilon-Cluster sind unter Verwendung des LACP Protokolls direkt mit 10-Gigabit-Ethernet auf Fabric Extender (FEX) der Core-Switche verbunden“, so Marco Berndt.

file-basierte Produktion

Die Planung und Implementierung für die file-basierte Produktion inklusive Lieferung von Systemkomponenten, Installation, Konfiguration und Inbetriebnahme des Gesamtsystems, zu dem auch die EMC Isilon-Cluster gehören, lag bei Qvest Media. Darüber hinaus wurden die Administratoren der Standorte Potsdam und Berlin in Anwender-Trainings ebenfalls durch Qvest Media intensiv auf dem neuen Produktionssystem geschult. Die Verantwortung des Systemarchitekten endete dabei nicht mit der schlüsselfertigen Übergabe der file-basierten Produktion: Dank eines umfassenden Service-Vertrags wird Qvest Media auch in den nächsten fünf Jahren die neue Produktionsarchitektur des rbb warten.

reibungsloser Projektverlauf

„Wir haben das Projekt in Potsdam auf den Tag genau im Zeitplan realisieren können. Insbesondere vor dem Hintergrund der parallel angelaufenen Modernisierung und jetzt begonnenen Vernetzung mit dem Standort Berlin freuen wir uns, auf einen nahezu reibungslosen Projektverlauf trotz großer Herausforderungen zurückblicken zu können“, so Brüning. „Eine wichtige Rolle hat dabei die gute Kommunikation und die technische Kompetenz auf beiden Seiten gespielt. Besonders beeindruckt hat uns die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation aller beteiligten Mitarbeiter bei der Projektdurchführung. Wir freuen uns daher, dass uns das Team von Qvest Media auch in Zukunft für die laufende Systembetreuung erhalten bleibt“, so Brüning abschließend.